26.05.2008
Doppelsieg bei der Kraftwerktrophy 2008
Bei der Neuauflage der Kraftwerktrophy in Donnerskirchen hat das ktm-mountainbiker Damenteam wieder ordentlich zugeschlagen. Beim 12h Bewerb konnten sich Isabell Höller und Alexandra Paunovic die obersten Stockerlplätze sichern. Isa 333km auf Platz 1 und Alex dahinter mit 271km. Den 3. Platz belegte Annabelle Konczer von den 2RadChaoten.
Gestartet wurde der 12h Bewerb um 21.00 und somit wurde der Großteil des Rennens in der Nacht ausgetragen. Die Strecke war zum Teil sehr selektiv und aufgrund ihrer vielen engen Kurven und kurzen Anstiegen auch extrem kräfteraubend. Bei Sonnenaufgang kurz vor 5.00 morgens konnte dann fast niemand mehr die malerische Landschaft rund um Donnerskirchen bewundern.
Bei den Männern gewann das 12h Rennen Chris Strasser – der mit 415km 107 Runden gefahren ist.
Berichte:
Alex:
Vorgeschichte:
Eigentlich war das ganze eine Schnapsidee von der Isa und der lieben Annabelle. Ich wurde im wahrsten Sinne des Wortes dazu überredet.
Wir haben Spass und gehen es chillig an!
Da es mein erstes Rennen überhaupt sein sollte und noch dazu ein 12-Stunden-Rennen, hatte ich gar keine Vorstellung was eigentlich auf mich zukommt. Ich muss anmerken - ich besitze seit März 2007 mein Rennrad und bin vorher auch noch nie auf einem gefahren. Zusätzliche Info - ich bin noch nie mehr als 120 km am Stück gefahren. Mein Ziel: 250 km sollten trotz allem in 12 Stunden machbar sein.
Rennverlauf:
Angefangen hat es um 21 Uhr, für mich recht flott und in 2 Stunden hatte ich 58 km am Tacho. Ich hab beschlossen, das Tempo rauszunehmen, damit ich die 12 Stunden überhaupt schaffe. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir auch erst der Ernst der Lage bewusst: "Das ist kein Spass, die nehmen das alle todernst. Das ist ein Rennen!"
Richtig Spass hat mir die Geschichte nach 5 Stunden gemacht, da ich gemerkt habe, dass es mir körperlich und geistig richtig gut geht und ich schon die Hälfte der vorgenommen km am Tacho hatte. Ich bin ca. 70 % der Zeit alleine gefahren und 100 % ohne Windschatten. Ich habe während dem Rennen gemerkt, dass die Einzelfahrer individuell fahren und bei einem relativ kleinen Starterfeld so unterschiedliche Leistungsniveaus herrschen, dass jeder fährt wie er kann/möchte.
Motiviert hat mich das „Angefeuert werden“ aller Bekannten und das waren viele entlang der Strecke und viele, die selber gefahren sind und hingehalten haben. Vor allem Isa, Annabelle, Paul/Gatschbiker, Scotty, Nimnix, Rosi und Jimmy ist es zu verdanken, dass ich so gut unterwegs war und so viel Spass hatte. Keiner kann sich vorstellen, dass es Spass macht sowas zu fahren. Ich am allerwenigsten.
Das Heftigste war, dass ich um ca 6 Uhr so dringend Pipi musste, dass ich abgestiegen bin und mich hinter einen Holzberg verschanzt habe. Ich hatte Krämpfe in den Fingern und sie waren ganz klamm von dem relativ kühlen Wetter in der Nacht und dem teils starken/kalten Wind. Aber irgendwie musste die Hose wieder hoch und zwar so, dass ich noch 3 Stunden fahren kann. Naja irgendwie hab ichs geschafft - nach geschätzten 5 min - und weiter gings mit der Annabelle gemeinsam, die mich begleitet und unterhalten hat, damit die Zeit schneller vergeht.
Insgesamt habe ich 17 min Pause gemacht - Akku wechseln nach 5 Stunden, Riegel einstecken, Weste und 3/4 Hose drüberziehen, Banane in Ruhe verspeisen und Flascherltausch.
Das Geilste waren die letzten 30 min - angepeitscht durch das Publikum im Start/Ziel Bereich - noch eine Runde und noch eine Runde und .... . Der Empfang im Ziel von meinem Schatz war das aller Schönste, dem die Tränen runtergeronnen sind, dass ich mein Ziel erreicht hatte und noch dazu noch ein paar Männer herpaniert habe, die einige Jahre länger am Rad sitzen und mehr trainieren als ich. Noch dazu hab ich da erst erfahren, dass sein Team auf Platz 1 ist.
Bedanken muss ich mich vor allem bei der unermüdlichen Rosi, die mich versorgt und angefeuert hat wie niemand anderer und natürlich Isa's Papa. Vielen lieben DANK!“
Isa:
Rennverlauf:
Vom Start weg fuhren die 12h solo Fahrer gleich ein ziemlich schnelles Tempo. Die erste Runde fuhr ich mit der Spitzengruppe, lies mich aber Mitte der Zweiten Runde rausfallen um mein eigenes Tempo fahren zukönnen. Ich konnte dann eigentlich ein sehr flottes Tempo fahren, fand schnell einen guten Rhythmus, da mir die Strecke eigentlich sehr liegt und auch flüssig zu fahren ist. In der Nacht ist die Zeit enorm schnell vergangen. Hie und da plaudert man mit ein paar Leuten, aber die meiste Zeit bin ich eigentlich alleine gefahren. Es hat aber richtig Spaß gemacht und die ersten 8 Stunden hab ich immer voll fahren können und hatte auch immer Reserven zum gasgeben. Bis kurz vor Schluss ging es sehr gut, leider konnte ich mir mein Ziel ohne absteigen durchzufahren aufgrund meiner Gräserallergie die mit Sonnenaufgang voll einsetzte, nicht erfüllen. In der Früh hatte ich dann Glück und hab ein größeres Packl erwischt mit Annabelle,Silvia, Paul und dem Venier Franz.
Die letzten beiden Stunden waren aber dann sehr anstrengend, da ich keine Luft mehr bekommen hab, die Augen sind außerdem zugeschwollen und haben gejuckt. In der letzten Runde habe ich leider auch meinen 5. Gesamtrang hergeben müssen, da ich noch mal stehenbleiben musste. Am meisten hat mich die Leistung von Alex motiviert – ich hab mich immer so gefreut sie auf der Strecke zu treffen und jedes Mal hat sie gelacht! Hut ab vor dieser großartigen Leistung. Mitten in der Nacht hab ich sie mal getroffen, wir haben geplaudert und sie hat gemeint: „Super nach 5 Stunden hab ich schon die Hälfte meiner Ziel-km geschafft – mir taugts voll. Ich hab mir gedacht: Was? Wir haben erst 5H! J„Ich hab nämlich nicht auf meine Uhr gesehen und nie gewusst wie viel ich tatsächlich schon gefahren bin.
Ich denke das ist das Gute an der Nacht – man fährt einfach und ist in einer eigenen unwirklichen Welt – zumindest geht’s mir so. Alles passt einfach, Runde für Runde – alles ist egal. Das ist es was mir bei solchen Rennen soviel gibt.
Bei mir waren´s übrigens ca 10 min Pause plus 3- 4 mal Klopause á 20 Sek.
Danke an meinen Papa fürs betreuen und Rosi fürs ründliche Anfeuern und der Annabelle fürs plaudern, betreuen und ein bisschen Windschatten.
Des weiteren waren Stefan Mantler (24h solo Platz 7) und Christian Steiner (24 Team Platz 1) im Einsatz.
Danke fürs lesen und mitfiebern
Alex und Isa