Eine Abordnung des ktm-mountainbiker-racing teams fand sich heuer beim sensationellen 24 Stunden Rennen in Ligurien wieder.
1500 Biker - darunter ca. 100 Solofahrer, 4er, 8er und 12 Teams kämpften einen ganzen Tag lang um die besten Rundenzeiten.
Streckenmäßig gibt es wohl nicht bald etwas genialeres. Der 7km lange Rundkurs oberhalb des Dörfchens Finale Ligure hat einiges zu bieten, Asphalt gehört aber garantiert nicht dazu. Schon beim Besichtigen der Strecke am Tag davor bekommen wir große Augen. Sehr selektiv geht es über Singletrails und knackige Anstiege rund um das 300 Meter über dem Meer gelegene Hochplateau. Sehr kurvig und sandig hat man eigentlich durchgehend Sicht aufs Meer.
Der erste Teil der Strecke fährt sich sehr schnell und flüssig, nach der ersten Testrunde findet man sehr schnell einen Rythmus und es macht richtig Spaß, es geht flott um die ersten Kurven rein in einen schnellen, steinigen Downhill mit tiefen Spurrinnen. Rechts das Meer, welches man aber nur im Augenwinkel behalten darf, will man heil den Downhill runter kommen. Ein kurzer, harter Anstieg folgt dann geht es wieder über Trails weiter durchs Gemüse. Die Landschaft ist sehr vielseitig, oft fährt man durch richtig dschungelartige Abschnitte und kommt Sekunden später wieder über steiniges Geröll, durch ein paar abgebrannte Bäume und kargen Felsen vorbei. Beim Abfahren der Strecke am Freitag macht man die meisten Entdeckungen, die Blumen am Rand der Strecke sieht man während dem Renngeschehen dann aber kaum.
Hat man den ersten Teil bewältigt,fährt man über eine relativ breite Forststrasse hinauf. Gleich wird einem bewußt wo die Schwierigkeit der Strecke liegt, alles was jetzt noch kommt ist ungewohnt heftig. Die Forststrasse läßt sich rauf gut fahren, abschnittsweise wird es flacher und man erholt sich ein wenig.
Plötzlich zweigt ein idylisches Wegerl nach rechts.....der Schein trügt, denn ab jetzt wird es so richtig anstrengend: Es geht extrem technisch bergauf, dazu kommen einige lose Steine, Wurzeln, sehr enge kniffelige Kurven, auf Etappen geht es weiter rauf zum höchsten Punkt, wo es kurz davor nocheinmal richtig mühsam wird weil zu dem ganzen "steil" auch noch tiefer roter Sand hinzukommt. Von oben knallt dir die Sonne noch den letzten Gedanken an Erholung aus dem Hirn. Wie in der Sauna fühlt es sich an. Oben angekommen fährt man durch ein Verpflegungszelt hindurch. Ledersofas stehen mitten in der Landschaft. Was jetzt noch zum schmunzeln anregt wird in den nächsten beiden Tagen für einige Solofahrer zur letzten Rettung.
Dann kommt etwas, was man zu Beginn schon ein bißchen erwartet hat, nämlich ein unglaublich genialer Downhill bis runter zum Start/Zielbereich. Über ein paar heftige Felsstufen findet man sich in der Einfahrt zu unzähligen sandigen Serpentinen und Anliegern wieder, welche man weiter unten mit einem breiten Grinser wieder verläßt und über ein paar leichten Kurverl und Schupfer wieder Richtung Ziel heizt. Richtiges Bikeparkfeeling kommt auf!
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Start ist am Samstag um 14.00, es beginnt gerade richtig schön heiß zu werden. Die Biker stellen ihre Bikes auf, zuerst wird nämlich eine kurze Runde gelaufen bevor sich ca. 400 Leute gleichzeitig auf die Strecke begeben.
Unser schnellster Läufer darf starten. Step kommt als 7.!! zum Rad - braucht aber dann eine Runde um sich zu erholen, fährt dann aber eine sehr gute Rundenzeit. Ich bin gleich als Zweite dran und freu mich schon extrem drauf. Eingewechselt wird einem großen Zelt, auf der einen Seite fährt ein Fahrer rein, auf der anderen kommt der nächste wieder raus. Obwohl unglaublich viel los ist, funktioniert alles perfekt. Kein Stress und kein Gedrängel. Mich überrascht das eigentlich sehr, da ich nur österreichische Wechselzonen kenne und gerade bei Bikerennen gestaltet sich das meistens immer sehr gefährlich und hektisch.
Gegensätzlich meiner Befürchtungen läßt´s sich trotz der hohen Zahl an sich gleichzeitig auf der Strecke befindeten Teilnehmern gut fahren. Die meisten sind sehr rücksichtsvoll beim überholen. Allein einem übermotivierten Italiener, der mir bergauf an den Hintern grapscht und mich schieben will muss ich 2x ordentlich eine paniern bevor er mich wieder losläßt. Geschimpft wird kaum, wenn dann auf italienisch. Die ärgsten Schimpfwörter werden zuvor im Fahrerlager gelernt.
Wir fahren konstant 2er Turns, welche im Schnitt so um die 55min dauern. In der Nacht wechseln die Männer nach 3 Runden, ich bleibe bei meinen 2. Aufgrund der hohen Staubentwicklung sieht man in der Nacht besondern beim Downhill wenig. Ich bin froh meine nächtlichen Einsätze überstanden zu haben und bin schon ein wenig fertig. Denk mir ob ich das wohl noch pack, weil immerhin muss ich noch 2mal fahren.
Wir sind aber mittelweile auf den 4. Gesamtrang (von 40!!) vorgefahren. Alex schreit mir mir die Info zu als ich beim Fahrerlager vorbeifetz - motiviert mich unheimlich. Es gibt keine Mixed-Wertung und wir fahren trotzdem ganz vorne mit. Noch dazu sind wir ein "echtes" mixed Team da ich anteilsmäßig genauso lange auf der Strecke bin wie meine Teamkollegen.
In der Früh kann ich überraschender Weise so richtig oarg Gas geben,...und fahre die erste von meinen 2 Runden in 25!! Minuten, ich muss dreimal auf die Uhr schauen und nachrechnen. Mir gelingt auch eine perfekte 2. Runde in 26min. Auch der Rest der Manschaft ist gut drauf und Luki gibt am Ende alles und fährt noch knapp vor Schluß eine sehr schnelle Runde.
Wir bleiben bis am Schluss defektfrei und können den 4. Platz ins Ziel fahren.
Thomas Widhalm konnte sich über Nacht seinen 1.Platz Solo sichern, ist paniert wie ein Surschnitzerl (kommt von der Farbe auch ziemlich gut hin *g*) und fährt wie ein Uhrwerk - meine tiefste Bewunderung. Unglaubliche Leistung. Auf so einer Strecke 24h allein zu fahren gehört viel dazu!!
Am Ende waren alle komplett fertig und eins ist sicher: Nächstes Jahr unbedingt wieder.
Danke!
4er Team ktm-mountainbiker.at
Stephan Mantler
Lukas Salzer
Christian Steiner
Isabell Höller
Friends
Thomas W.
Betreuer:
Wichtl und Pepi!!
(fotos folgen noch etliche!)
youtube Video von der Strecke
Veranstalter HP:
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